January 21, 2026

EIP-Projekt gestartet: Zwischenfruchtbeweidung

Mit einem gemeinsamen Treffen aller Projektpartner*innen aus Wissenschaft und Praxis startete das EIP-Projekt „Zwischenfruchtbeweidung – Innovative Ansätze zur Förderung der Bodenfruchtbarkeit und Rinderhaltung im trockenheitsgefährdeten Brandenburg“ offiziell. Seit November 2025 kommt das Team des Netzwerks Mob Grazing in diesem Projekt erneut zusammen, teils mit alten, teils mit neuen Praxispartnern, um trockenheitsangepasste Beweidung sowie die Verzahnung von Ackerbau und Mutterkuhhaltung weiter zu beforschen und zu entwickeln. Diesmal liegt der Schwerpunkt auf der Beweidung von Zwischenfrüchten. Dabei werden Mutterkühe in den Ackerbau integriert. Sie fressen die kurzlebigen Zwischenfrüchte aus Gräsern, Leguminosen oder Kreuzblütlern, die im Sommer oder Winter zwischen den Zyklen der Hauptfrüchte angebaut werden.

Die Zwischenfruchtbeweidung ist interessant, weil traditionelle Bewirtschaftungsformen wie die Sommerweide in Nordostdeutschland aufgrund des Klimawandels zunehmend an ihre Grenzen stoßen. Die Erträge sinken durch häufigere Dürre- und Hitzeperioden, während Starkwetterereignisse zu Bodenerosion und Nährstoffverlusten führen. Verschärft wird diese Problematik durch die überwiegend sandigen Böden Brandenburgs, da diese den Regen meist schlechter speichern können und so anfällig für trockenheitsbedingte Ertragsdepressionen sind. Der Zwischenfruchtanbau gilt als wirksames Instrument, um die Bodenfruchtbarkeit zu stabilisieren, ist jedoch mit Kosten verbunden und erwirtschaftet meist keinen direkten Erlös. Werden Zwischenfrüchte jedoch beweidet, können Futterkosten sinken und die Flächeneffizienz erhöht sich.

Ziel unseres Projekts ist daher, die Zwischenfruchtbeweidung unter Brandenburgischen Standortbedingungen systematisch weiterzuentwickeln und zu evaluieren. Untersucht werden Sommer- und Winterzwischenfruchtmischungen und deren Futterqualität, wie sich diese auf die Bodenfruchtbarkeit auswirken, ihr Vorfruchtwert sowie die Tiergesundheit und -leistungen. Auch wollen wir angepasste Beweidungsstrategien erarbeiten, mit denen das Futter optimal genutzt und Risiken wie Bodenverdichtung minimiert werden können. Erprobt wird das Konzept gemeinsam mit sechs Forschungs- und Praxisbetrieben, sowie einem assoziierten Mitglied:

  • Gut Temmen Agrar GmbH & Co. KG, Temmen-Ringenwalde, Brandenburg
  • Henning Stapelbroek – Landwirtschaft, Tangermünde, Sachsen Anhalt
  • Spreewaldweiden GmbH & Co. KG, Märkische Heide OT Pretschen, Brandenburg
  • Landwirtschaftsbetrieb Randowtal D. Zahn KG/ LBG eGbR Bagemühl, Brüssow, Brandenburg
  • Fabian Koeneke (Einzelbetrieb), Heeslingen, Niedersachsen
  • SiebenSeenHof Jonas Karl Klänhammer, Penkun, Mecklenburg-Vorpommern
  • Liese und Töchter (Einzelbetrieb), Flieth-Stegelitz, Brandenburg

Die Koordination und wissenschaftliche Begleitung übernimmt die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE), die Öffentlichkeitsarbeit und den Wissenstransfer die Klimapraxis.

Das Projektauftakttreffen am 1. Dezember 2025 an der HNEE zeigte das große Interesse der Praktiker*innen. In den kommenden Monaten werden die Saatgutmischungen zusammengestellt und erste Umsetzung auf den Betrieben vorbereitet. Bald wird es auch eine Webseite zum Thema Zwischenfruchtbeweidung geben. Der beliebte Newsletter wird weitergeführt und kann hier abonniert werden.

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