July 14, 2026

Startschuss für Versuche zur Zwischenfruchtbeweidung

Die Feldversuche in unserem Projekt sind angelaufen: Die ersten Zwischenfruchtmischungen wurden bei unseren Praxisbetrieben ausgesät. Nach den Monaten der Planung und Vorbereitung beginnt damit die eigentliche Testphase. Für den Versuch haben wir gemeinsam mit unseren Betrieben drei unterschiedliche Sommerzwischenfruchtmischungen entwickelt und ausgewählt:

  • Legu-Hafer GPS von Carmena: eine klassische Getreide-Leguminosen-Mischung aus Sommerhafer, Futtererbse, Saatwicke und einem kleinen Sonnenblumenanteil.
  • Sondermischung von Farm2Farm: eine eigens für uns gemischte, artenreiche Mischung aus den 13 Komponenten Alexandrinerklee, Äthiopischer Kohl, Futtererbse/Peluschke, Meliorationsrettich, Öllein, Ölrettich, Perserklee, Ramtillkraut, Sandhafer, Sommerwicke, Sonnenblume, Sparriger Klee und Sudangras. Alle enthaltenen Arten frosten im Winter ab; die Mischung zielt auf eine möglichst breite Wirkung für Boden, Futter und Bestäuber.
  • Zweistufige Zwischenfrucht: Diese Mischung wird im Sommer ausgesät und zweimal beweidet. Fachlich handelt es sich eigentlich um eine Winterzwischenfrucht mit Sommeranteilen. Nach der ersten Beweidung laufen andere Arten auf als zuvor – die Komponenten wachsen also zeitlich versetzt. Die zweite Beweidung erfolgt dann im Winter. Die Sondermischung besteht aus rund 20 Komponenten, mit Futtererbse, Pannonischer Wicke, Zottelwicke, Sudangras, Rohrschwingel und Öllein, Buchweizen, Esparsette, Alexandrinerklee, Wiesenschwingel, Inkarnatklee und Perserklee. Kleinere Anteile entfallen auf Winterfutterraps, Knaulgras, Herbstrüben, Leindotter, Ramtillkraut, Phacelia, Futterwegwarte, Spitzwegerich und Markstammkohl.
Aufgewachsene Zwischenfrucht in Temmen

Die Aussaat läuft je nach Standort zeitversetzt: Gut Temmen hat bereits am 27. Mai ausgesät, bei Henning Stapelbroek erfolgte die Aussaat am 4. Juli. Zusätzlich zu den Praxisbetrieben haben wir eigene Testparzellen angelegt, um die Zwischenfrüchte unter kontrollierten Bedingungen zu beobachten. Auf einer Versuchsfläche der HNEE in Wilmersdorf haben wir 18 kleine Parzellen (je 15 x 1,5 m) in randomisierter Reihenfolge mit unseren drei Sommerzwischenfrüchten belegt.

Aussaht auf den Testparzellen in Wilmersdorf

Auf den Forschungsbetrieben kommen standardisierte Versuchsansätze mit Wiederholungen zum Einsatz. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie gut sich die Mischungen unter trockenen Bedingungen behaupten – und wie gut sie sich für die Beweidung eignen. Erfasst werden Bodenparameter, Pflanzenentwicklung, Trockenmasseertrag sowie Futterqualität und Bestandeszusammensetzung.

Mobile Weidewage von Datamars

Auch die Tierleistungen wollen wir messen und haben für die Erfassung der Gewichtsentwicklung mobile Weidewaagen von Datamars angeschafft, sogenannte Durchlauf-Wiegesysteme. Dabei laufen die Tiere auf dem Weg zur Tränke über die Waage und ihre elektronische Ohrmarke wird automatisch erfasst. Gemeinsam mit unseren Praktiker*innen gab es dazu bereits einen Einführungstermin beim Betrieb Spreewaldweiden, um praktisch zu zeigen, wie die Waage und der Umgang mit den Tieren an der Waage funktionieren. Sobald die Zwischenfruchtmischungen aufgelaufen sind kann es also mit der Beweidung losgehen.

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