
Bewertung innovativer Methoden zur Etablierung von Jungbäumen in Agroforstsystemen
Für Jungbäume sind Ackerflächen Extremstandorte. Die erfolgreiche Etablierung von Agroforsten ist insbesondere in den ersten drei Jahren herausfordernd, viele Neuanlagen weisen hohe Ausfallraten und ein mäßiges Gehölzwachstum auf. Die notwendigen Nachpflanzungs- und Pflegearbeiten sind arbeits- und kostenintensiv und führen immer wieder dazu, dass sich Praktiker*innen gegen die Anlage von Agroforstsystemen entscheiden.
Im Projekt Roots & Robots beforschen wir innovative Ansätze für eine erfolgreiche Etablierung von Agroforstsystemen. Wir untersuchen, welchen Einfluss unterschiedliche Wurzelqualitäten auf das Anwachsen der Jungbäume haben und wie sich die Zugabe von Mykorrhiza-Pilzen und wasserspeichernden Gelen in das Pflanzloch auf die Etablierung auswirkt. Um den Pflegeaufwand zu verringern wird zudem ein Feldroboter für ein automatisiertes Beikrautmanagement entwickelt.

01.2025 - 12.2027
Klimapraxis
Projekt- und Kooperationsmanagement, Öffentlichkeitsarbeit, Veranstaltungsorganisation
Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE), Land Gut Hagen GmbH & Co. KG, Agrargenossenschaft "Ländchen Bellin", Beerfelder Hof, Zauberzeug GmbH, Berater Tommy Lorenz
Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums. Kofinanzierung aus Mitteln des Landes Brandenburg
In Projekt Roots & Robots erforschen wir, was junge Bäume brauchen, um auf landwirtschaftlich genutzten Flächen anzuwachsen. Ein besonderes Augenmerk legen wir auf die Wurzelqualität. Um untersuchen zu können, inwieweit sich diese auf den Etablierungserfolg auswirkt, pflanzen wir Heister mit unterschiedlichen Wurzelqualitäten – wurzelnackt, Container- und Air-Pruning-Ware – unter vergleichbaren Bedingungen auf landwirtschaftlich genutzte Flächen.
Neben dem Einfluss der Wurzelqualität untersuchen wir, ob die Beigabe von Mykorrhiza-Pilzen und wasserspeichernden Pflanzgelen ein gesundes Wachstum der jungen Bäume begünstigt.
Insgesamt werden an die 500 Bäume in drei verschiedenen Agroforstsystemen im Alley Cropping Design gepflanzt.
Das von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde entwickelte Versuchsdesign sieht vor, dass alle drei Wurzelqualitäten – wurzelnackt, Container- und Air-Pruning-Ware – jeweils in Kombination mit
• Mykorrhiza,
• einem wasserspeichernden Pflanzgel,
• Mykorrhiza und einem wasserspeichernden Pflanzgel als auch
• ohne Zusätze (Kontrolle) untersucht werden.
Die Entwicklung der gepflanzten Walnuss-, Esskastanien- und Apfelbäume wird in den folgenden Jahren dokumentiert und wissenschaftlich ausgewertet.
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Worin sich die drei zu untersuchenden Wurzelqualitäten unterscheiden und welche Wirkung wir uns von dem wasserspeichernden Pflanzgel und den Mykorrhiza-Pilzen erhoffen, kann man in diesem Blogbeitrag lesen.
Die Agroforstsysteme werden auf Flächen unserer drei Partnerbetriebe angelegt: der Agrargenossenschaft "Ländchen Bellin" in Fehrbellin, dem Land Gut Hagen in Schmiedeberg bei Angermünde und dem Beerfelder Hof in Steinhöfel. Die zur Verfügung stehenden Flächen haben eine Größe von bis zu 6,5 ha und werden unterschiedlich genutzt. Die Agroforstsysteme werden auf die jeweilige Nutzung und Größe sowie auf die vorherrschenden Gelände- und Bodeneigenschaften hin angepasst und entwickelt.
Die Agrargenossenschaft "Ländchen Bellin" etabliert ein Agroforstsystem mit Walnuss und Esskastanie auf einem Ackerstandort. Das Land Gut Hagen kombiniert die zu pflanzenden Apfelbäume mit Grünland und weiteren Gehölzstreifen zur Energieholzgewinnung und der Beerfelder Hof legt auf einer von Rindern beweideten Fläche ein Agroforstsystem mit Walnüssen an.

Die Agroforstsysteme werden auf Flächen unserer Partnerbetriebe, der Agrargenossenschaft "Ländchen Bellin" in Fehrbellin, dem Land Gut Hagen in Angermünde und dem Beerfelder Hof in Steinhöfel angelegt. Die Bäume werden auf unterschiedlich genutzten Flächen mit Ackerkulturen, Grünland oder Tierhaltung integriert. Dem Projekt stehen Flächen mit einer Größe von bis zu 6,5 ha zur Verfügung.

Das Beikrautmanagement auf der Fläche ist ein entscheidender Faktor in der Etablierungsphase von Agroforstsystemen. Nur mit einem konsequenten Management kann die Konkurrenz der Pflanzen um Licht, Wasser und Nährstoffe zugunsten der Jungbäume reguliert werden.
Die nötige Technik ist häufig nicht vorhanden und der Pflegeaufwand entsprechend hoch. Aus diesem Grund soll ein KI-gestützter Feldroboter entwickelt werden, mit dessen Hilfe die Beikrautregulierung automatisiert werden kann. Hierzu soll der von der Zauberzeug GmbH entworfene Feldfreund für den Einsatz in Agroforstsystemen angepasst und weiterentwickelt werden.

Ziel des Projekts Roots & Robots ist es, Wissen praxisnah aufzubereiten, breit zugänglich zu machen und den Dialog zwischen Landwirtschaft, Planung, Wissenschaft, Verwaltung und weiteren Interessierten zu fördern.
Hierzu führen wir Feldtage durch, auf denen Projektfortschritte vor Ort anschaulich vermittelt werden, wir stellen das Projekt und seine Ergebnisse auf Fachveranstaltungen vor und erstellen wissenschaftliche Veröffentlichungen und Leitfäden für die Praxis. Über den Projektverlauf und die beteiligten Partner wird auf der Webseite, im Roots & Robots-Blog und im Rundbrief des NetzwerkWasserAgri berichtet.
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